Kinder verändern die Beziehung. Damit zunächst das Überleben der Nachkommen gesichert ist, verändert sich natürlich der Fokus und im Laufe der Jahre bemerken viele Paare, dass die Kinder erwachsen geworden sind, ihre Beziehung allerdings auf der Strecke geblieben ist.

An den letzten gemeinsamen Abend zu zweit kann man sich kaum noch erinnern, Meinungsverschiedenheiten und Streit häufen sich.

Mitunter wachsen Zweifel an der Beziehung und man hofft inständig auf harmonische Urlaubstage. Diese sind allerdings oft keine Erholung sondern für viele Paare ein ernster Prüfstein ihrer Beziehung. Studien belegen, dass Menschen trotz Enttäuschungen vergangener Jahre mit übersteigerten Erwartungen in die gemeinsamen Ferientage gehen und dabei übersehen, dass Urlaub ein emotionaler Ausnahmezustand ist, weil man plötzlich mehr Zeit miteinander verbringt, als man gewohnt ist.

Stress mit dem Partner schleicht sich unbemerkt in den Beziehungsalltag ein. Angewohnheiten, über die man einst liebevoll lächelte, gehen einem plötzlich gehörig auf die Nerven. Es kracht, Themen, die lange unter der Oberfläche geblieben sind, explodieren. Am Ende fühlt man sich verletzt, gekränkt und enttäuscht.

Sich als Paar im Auge zu behalten ist nicht nur für das eigene Wohlbefinden von großer Bedeutung, man leistet durch das Vor-Bild sein ja letztendlich auch einen wesentlichen Erziehungsbeitrag für den Nachwuchs.

Was kann man also tun?

Ein immer wieder gehörter Ratschlag: Ihr müsst einfach an Eurer Beziehung arbeiten!

Aber wie?

Die Antwort ist: Jedes Paar ist individuell, es gibt daher auch keine Lösung, die für jedes Paar gleichermaßen gilt.

Wenn das Gefühl aufkommt, im Gespräch mit dem Partner nicht mehr weiterzukommen, empfehle ich Mediation für Paare.

In der Paar-Mediation werden die individuellen Themen und Reibungspunkte besprochen (z.B. erzieherische Themen und elterliche Aufgaben, Vereinbarkeit von Beruf und gemeinsamer Zeit, Verteilung der Hausarbeit, Freizeitgestaltung, Ernährungs- oder Erziehungsstilkonflikte, Eltern-Jugendliche-Konflikte,…) und Lösungen gefunden, die die Interessen beider Parteien berücksichtigen.

Mediation eignet sich für Paare, die konkrete Themen ausverhandeln möchten. Nicht nur Paare, die sich trennen, kommen in die Mediation, auch Paare die ihr Zusammenleben wieder neu gestalten möchten – im Sinne der Beziehung und im Sinne der Kinder – nutzen diese Möglichkeit.

Was passiert in der Mediation genau?

Mediation ist ein strukturiertes Gespräch zwischen allen Konfliktparteien, das von einem neutralem Dritten, dem Mediator/der Mediatorin, geleitet wird. Dabei geht es weder um Schuld, noch um ‚richtig‘ oder ‚falsch‘. Mit Hilfe der Mediatorin/des Mediators wird nach einer Lösung gesucht, die alle Konfliktbeteiligten als fair empfinden.

Der Unterschied zur Paartherapie: Die Paartherapie ist eine Gelegenheit, Vergangenes aufzuarbeiten und Hintergründe für das aktuelle Problem zu beleuchten – Mediation ist eine Methode, um vor allem zukünftige Regelungen und Lösungen zu vereinbaren.

5 TIPPS FÜR KONFLIKTSITUATIONEN

Hören Sie Ihrem Partner ruhig zu, ohne zu unterbrechen.

Versuchen Sie herauszuhören, worum es Ihrem Partner wirklich geht und welche Bedürfnisse hinter den Klagen stehen.

Den Anderen beschuldigen, dient nicht der Problemlösung, vielmehr wird er/sie sich in Verteidigungsposition begeben und Ihrem Vorschlag gegenüber unbeweglich sein.

Vermeiden Sie es, die Schwachstellen Ihres Partners auszunutzen.

Verwenden Sie ICH-Botschaften. (Das verletzt mich, weil…; Meine Bedenken sind…; Ich befürchte…;)


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