Wie kann sie nur? Ich verstehe sie nicht!
Kopfschütteln und Fassungslosigkeit.

Konflikte zwischen Müttern und Schwiegertöchtern entstehen oft aus Wechselwirkungen. Immer wieder höre ich Aussagen wie: „Hätte ich es ihr leichter gemacht, hätte sie vielleicht mehr Verständnis für mich gehabt.“

Der Mann, der die Frau gefunden hat, mit der er eine Familie gründen möchte. Seine Mutter, die plötzlich nicht mehr die Nummer 1 im Leben ihres Sohnes ist, die sich ersetzt und nicht mehr gebraucht fühlt, die ihre Rolle neu definieren muss und dafür Zeit braucht.

Unbewusst entsteht ein Konkurrenzdenken.

Die Schwiegertochter, die sich über ein gutes Verhältnis mit der Schwiegermutter freuen würde, die aber offenbar nichts richtig machen kann, unter der ständigen (unterschwelligen) Kritik leidet und sich mehr und mehr verschließt. …und früher oder später ihren Mann bitten wird, eine Entscheidung zu treffen:

Ich oder Deine Mutter!

Eine Situation, die weder für beide Frauen noch für den Schwiegersohn einfach ist und unter der letztendlich alle Beteiligten leiden. Besonders belastend ist die Situation dann, wenn die Generationen unter einem Dach leben.

Schweigende Begegnungen, vielleicht Auseinandersetzungen oder Verletzungen „Die letzte Freundin von meinem Sohn hat das besser gemacht!“ oder Drohungen „Dann wirst Du Dein Enkelkind eben nicht sehen!“ etc.

Es geht in der Mediation also darum, die Rolle der Frauen zu definieren und einen Weg zu erarbeiten, wie ein Miteinander gelingen kann.

Um einen Konsens zu finden geht es darum, die Bedürfnisse, die hinter den Themen stehen, auszusprechen weil dadurch plötzlich klar wird, warum die andere Partei so reagiert und sich so verhält.

Und da spielen Schwiegermütter mit? Sie akzeptieren viel, solange sie sich eines Platzes im Familiengefüge sicher sind. Absagen wie „Das ist gerade kein guter Zeitpunkt für einen Besuch“ oder „Diese Entscheidung möchten wir alleine treffen“ ist leichter zu nehmen, wenn man sich nicht grundsätzlich ausgeschlossen fühlt.

Und da spielen Schwiegertöchter mit? Sie akzeptieren viel, wenn aus dem Wettkampf Zusammenarbeit wird. Wenn die Grenzen klar abgesteckt sind und für alle klar ist, dass sie die Frau an der Seite des Mannes ist und sie sicher sein kann, dass ihr die Schwiegermutter diese Rolle nicht streitig macht.

Was passiert in der Mediation genau?

Mediation ist ein strukturiertes Gespräch zwischen den Konfliktparteien, das von einem neutralem Dritten, dem Mediator/der Mediatorin, geleitet wird. Dabei geht es weder um Schuld, noch um ‚richtig‘ oder ‚falsch‘. Mit Hilfe der Mediatorin/des Mediators wird nach einer Lösung gesucht, wie die gemeinsame Zukunft gestaltet wird und die alle Konfliktbeteiligten als fair empfinden.


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